Generalat der Krankenschwestern vom Regulierten Dritten Orden des hl. Franziskus

Ostern 2022


Gott,
du unwandelbare Kraft, du ewiges Licht,
schau gütig auf deine Kirche
und wirke durch sie das Heil der Menschen.
So erfahre die Welt,
was du von Ewigkeit her bestimmt hast:
Was alt ist, wird neu,
was dunkel ist, wird licht,
was tot war, steht auf zum Leben,
und alles wird wieder heil in dem,
der der Ursprung von allem ist,
in unserem Herrn Jesus Christus,
der mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.

(Gebet aus der Liturgie der Osternacht)

             

Ostergruß von Schwester M. Margarete Ulager, Generaloberin: Kriege, Naturkatastrophen, Seuchen und Hungersnöte bringen der Menschheit unendliches Leid. Dennoch feiern wir Schwestern in unserer internationalen Kongregation in Verbundenheit mit der weltweiten Kirche das Osterfest. Wir glauben fest daran, dass Tod und Leiden nie das letzte Wort haben, dass im Dunkel Licht aufstrahlt und dass alles wieder heil wird in dem, der der Ursprung von allem ist.

 

Die schöne Ikone von der Auferstehung Jesu befindet sich hinter dem Altar einer kleinen Seitenkapelle des Klosters in Mesnil Saint-Denis in Frankreich, wo der Ikonenschreiber, Pater Gregoury Kroug, lebte. Das Bild zeigt Jesus, hinabgestiegen in das Reich des Todes. Mit sicherem, liebevollem Griff umfasst er das kraftlose Handgelenk des Menschen, um ihn vom Tod ins Leben zu ziehen, hineinzunehmen in das Geheimnis seiner Auferstehung.

 

Die Kirche feiert dieses Geheimnis von Tod und Auferstehung in besonderer Weise in den drei österlichen Tagen (Triduum Paschale), von der Abendmahlsfeier am Gründonnerstag, der Liturgie vom Leiden und Sterben unseres Herrn Jesus Christus am Karfreitag bis zur Feier der Osternacht am Karsamstag.

 

Wenn im Dunkel der Nacht die Feier der Osternacht beginnt, können wir etwas spüren von dem, was über unseren Verstand hinausgeht.

 

Wir stimmen ein in den uralten Liedruf der Kirche „Lumen Christi“.  Dieser Ruf ist sogar noch älter als die Osternachtfeier.  Die frühen Christen versammelten sich am Abend eines Tages nach Sonnenuntergang, wenn sie müde waren von der Arbeit, zum Gebet. In Dankbarkeit entzündeten sie zu Beginn ein Licht als Symbol für Jesus Christus, das Licht der Welt. Bei Ausgrabungen aus der Zeit um 400 nach Christus wurden Lampen mit einem eingeritzten Christuszeichen und den Worten „Deo Gratias“ gefunden.

 

Das dreimalige „Lumen Christi“ - Christus das Licht - klingt durch die Osternächte der Jahr-hunderte und ist stärker als alle Dunkelheiten. Ich wünsche uns allen, dass wir in der Osternacht etwas von diesem Geheimnis spüren dürfen und dass Gott unser Herz hell macht mit Seinem Licht.

 

Vom 6. – 10. April 2022 waren Schwester M. Beata, Herr Prof. Dr. Möllmann und ich in unserer Polnischen Provinz, um unsere Schwestern und die Menschen aus der Ukraine zu besuchen. Unsere Ankunft war sehr bewegend. Einige der Kinder und Mütter aus der Ukraine hatten mit unseren Schwestern auf uns gewartet. Als wir aus dem Bus stiegen, mussten wir einfach weinen. Die Kinder waren sofort sehr zugänglich und anhänglich; das hat uns gefreut und auch überrascht. Die Menschen in der Ukraine erfahren unendliches Leid. Dennoch: sie sind sehr dankbar, dass sie bei unseren Schwestern, die sich Tag und Nacht für sie einsetzen, zuerst einmal eine Heimat gefunden haben.  Die Menschen aus der Ukraine erfahren Hilfe und Unterstützung aus all unseren Provinzen, aus Deutschland, Polen, Amerika, Japan und Indien. Dafür sind wir Euch allen sehr dankbar. Lasst uns weiterhin gemeinsam beten, dass dieser unsägliche Krieg ein Ende findet.

 

Ein gesegnetes Osterfest!