Generalat der Krankenschwestern vom Regulierten Dritten Orden des hl. Franziskus

Schwester Viola Swoboda

✝ Donnerstag, 10. Oktober 2019


“Denn ich werde schon geopfert und die Zeit meines Aufbruchs ist nahe.
Ich habe den guten Kampf gekämpft, den Lauf vollendet, die Treue bewahrt."
(2. Tim 4,6-7)

Schwester M. Viola Swoboda wurde am 10. Oktober 2019 von Gott gerufen, den ewigen Lohn zu empfangen. Als sich ihr Gesundheitszustand vor einigen Wochen verschlechterte, sagte Schwester Viola, dass sie bereit ist für ihre letzte Reise.

Schwester Viola wurde am 7. November 1927 in Tilden, Wisconsin, als Tochter von John und Mary Rubenzer Swoboda, geboren. Sie trat am 8. September 1945 in die Kongregation ein und legte am 13. Juni 1948 ihr erste Profess ab.

Im Jahre 1955 absolvierte sie ihre Ausbildung zur Krankenschwester an der Krankenpflegeschule des St. John Hospitals in Springfield. Im Jahr 1971 erwarb sie einen Bachelor Abschluss in der Krankenpflege an der Arizona State Universität. Schwester Viola absolvierte eine Hebammen Zusatzausbildung und schloss zudem eine weiterführende Qualifikation in Geburtshilfe erfolgreich ab. Von 1951 bis 1953 arbeitete sie als praktische Krankenschwester im St. Josefshaus für kranke und alte Menschen in Monroe, Louisiana.

Nach Abschluss ihrer Zusatzausbildung war sie von 1956 bis 1964 Leiterin der Entbindungsstation am HSHS St. Elizabeth Hospital in Belleville, Illinois. Von 1964 bis 1971 arbeitete sie in der Klinik für Geburtshilfe der St. Isabel's Mission im Gebiet der Navajo Indiana in Lukachukai, Arizona.

Anschließend war sie bis 1975 als Schwester in der Geburtshilfe beim US-amerikanischen Gesundheitsdienst in Fort Defiance tätig. Sie zog dann nach Chinle um, wo sie als leitende Krankenschwester im Büro für Indianische Angelegenheiten tätig war.

Im Jahr 1993 kehrte sie nach Springfield, Illinois, zurück. Dort diente sie viele Jahre als Ehrenamtliche auf der Intensivstation des HSHS St. John Hospitals. Im Jahr 2016 wechselte sie zum Schwesternpflegeheim Loretto Home.

Schwester Viola traf nie einen Fremden. Ihre herzliche Persönlichkeit ermöglichte es ihr, jedem froh zu begegnen, unabhängig von Alter, Geschlecht, Religion oder Nationalität. Schwester Viola nahm neue Informationen und Kenntnisse auf wie ein Schwamm. Sie fand viel Zeit zum Lesen und teilte ihr Wissen mit anderen. Schwester Viola hatte eine besondere Liebe zur Natur, besonders zu Pflanzen und Vögeln. Man konnte die Anzahl der Pflanzen, die sie in ihrem Zimmer züchtete, nicht zählen! Als Loretto Home eine Voliere hatte, beobachtete Schwester Viola die Vögel und sang für sie.  Jeden Sonntagnachmittag schloss sie sich einer Gruppe von   Schwestern an, um Karten zu spielen. Das Gewinnen war nicht ihr primäres Ziel; sie freute sich viel mehr über die Gesellschaft der Schwestern.

Kurz nach ihrem Krankenschwesternexamen bemerkte Schwester Viola: „Ich möchte nicht in der Geburtshilfe arbeiten - ich werde woanders glücklich sein." Bald darauf wurde sie angewiesen, in der Geburtshilfe zu arbeiten, was dazu führte, dass sie während ihrer aktiven Zeit größtenteils dort gearbeitet hat. Ihr Dienst als Krankenschwester für Geburtshilfe und später als Hebamme brachte das Beste in Schwester Viola zum Vorschein - und es waren engagierte und mit Freude erfüllte Jahre für sie.

Im Jahr 1984 trat Schwester Viola dem 'Chinle Unified School District' (Schulverbund im Navajo Reservat) bei, wo sie neun Jahre lang als zertifizierte Schulkrankenschwester des Oberschulbezirkes des Staates Arizona arbeitete. Der Bezirk bestand aus sechs Schulen mit mehr als 4.000 Schülern. Während ihres ersten Schuljahres traf sie vier Schüler, die sie seinerzeit in der Missionsklinik zur Welt gebracht hatte. Diese Erfahrung an der Oberschule führte sie zu Teenagern mit deren Begeisterung für das Leben und deren altersspezifischen Problemen.

Ihre Eltern, fünf Brüder und sieben Schwestern sind ihr bereits im Tod vor­ausgegangen. Ihr Tod wird von zwei Schwägerinnen, zahlreichen Nichten und Neffen, Großnichten und Großneffen, und von ihren Mitschwestern, mit denen sie 74 Jahre ihres Lebens geteilt hat, betrauert. Wir sprechen ihrer Familie unser aufrichtiges Beileid aus und schließen sie in unser Gebet ein.

Wie im Bibelvers zum Ausdruck gebracht, hat Schwester Viola den Lauf gut vollendet und die Treue bewahrt. Möge ihr neues Leben im Himmel von Freude erfüllt sein in der Hingabe an Gott und unseren Herrn Jesus Christus.“